La Citadelle de Calais
La Citadelle de Calais
Esplanade Jacques Vendroux - 62100 CALAIS
Dieser Ort war lange Zeit der wichtigste Verteidigungspunkt von Calais. Ursprünglich handelte es sich um eine befestigte Burg aus dem 13. Jahrhundert, von der sich die Stadtmauer erstreckte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie umgebaut. Die Burg wurde zu einer Zitadelle und die Zivilbevölkerung zu einer Militärgarnison. Heute ist es ein Ort der Erholung und des Gedenkens. In der Zitadelle befinden sich noch Überreste der Stadtmauern des mittelalterlichen Calais, das 1346/47 von den Engländern belagert wurde. Sie sind hinter dem Boulogne-Tor, einem der Zugänge zur Zitadelle, sichtbar. Der Parkplatz verläuft entlang der alten Stadtmauern, von der befestigten Burg aus dem 13. Jahrhundert ist nichts mehr erhalten. Um die Burg herum erstreckte sich ein von den Mauern geschütztes Viertel von Calais. Dort befanden sich Bürgerhäuser, eine Kirche und ein Palast (das Schatzamt), der der englischen Regierung gehörte. Als Frankreich Calais 1558 zurückeroberte, verlor das Viertel seinen zivilen Charakter. Nach 211 Jahren englischer Herrschaft wollte König Franz II. Calais mit einer Festung und einer Garnison befestigen. Die Burg und die umliegende Gegend wurden Ende des 16. Jahrhunderts zerstört. Die Kriegsführung hatte sich mit der Entwicklung der Artillerie verändert. Dies war die Ära der Bastionsbefestigungen. Der berühmte Ingenieur Vauban leitete einige Umbauten und Bauarbeiten. Jahrhundertelang beherbergte die Zitadelle die Garnison von Calais. Ihre letzte bemerkenswerte Heldentat war der 36-stündige Widerstand der Zitadellenmänner gegen einen Großangriff der Deutschen im Mai 1940. Während der Besatzungszeit besetzten die Deutschen die Zitadelle. Wie die umliegende Gegend und der Hafen wurde auch die Zitadelle im Krieg bis zur deutschen Kapitulation im September 1944 schwer bombardiert. Nach dem Krieg verlor die Zitadelle ihre militärische Funktion und wurde in den 1960er Jahren in ein Spazier- und Sportzentrum umgewandelt. In diesem Jahrzehnt wurde das Stade du Souvenir (Gedenkstadion) eingeweiht, das den lokalen Widerstandskämpfern gewidmet ist, die dort inhaftiert, gefoltert wurden und teilweise ums Leben kamen. Die Zitadelle lässt sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Besonders reizvoll ist der Eingang durch das Neptuntor (Jacques-Vendroux-Esplanade), an dessen Wehrmauern der Vauban-Platz angrenzt.