Piscine Ranson
Das Schwimmbad wurde im September 1963 vom Sportminister eröffnet, der damals eine nationale Berühmtheit war: Der Bergsteiger Maurice Herzog hatte 1950 die französische Expedition geleitet, die als erste den Annapurna, einen Riesen des Himalaya, bestieg.
Die Architektur des Schwimmbads Émile Ranson in Calais ist aus mehreren Gründen innovativ. Sein für die damalige Zeit innovatives Betonschalendach schuf offene Räume ohne Stützen. Die durch den Einsatz von Erkerfenstern und die besondere Dachform optimierte Helligkeit sorgte für eine angenehme Atmosphäre. Das Schwimmbad von Emile Ranson ist ein Beispiel für den damals gewünschten Fortschritt bei Sportgeräten und umfasst strukturelle und ästhetische Innovationen.
Im Jahr 1959 startete Bürgermeister Jacques Vendroux die Bewegung zum Bau eines Schwimmbads in Calais. Die Arbeiten wurden zwei renommierten Architekten aus der Region anvertraut, Jean Soupey und Roger Poyé. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2, wurden jedoch nach einem Einsturz im Jahr 1960 eingestellt.
Wer war Emile Ranson (1880-1952)? Der von 1914 bis 1918 als Kombattant tätige Angestellte der Spitzenindustrie gründete 1946 eine Strumpfwarenfabrik. Gleichzeitig engagierte er sich in zahlreichen sozialen, politischen und assoziativen Bereichen. Der Schwimmunterricht war eine treibende Kraft in seinem Leben. 1923 gründete er die Calais Schwimm- und Rettungsschule. Heute ist es unter dem Namen Calais Natation eine Sportinstitution in Calais. Ab 1935, seit seinem Einzug in den Gemeinderat, setzte er sich für die Schaffung eines Hallenbades ein. In der Zwischenzeit finden Schwimmwettbewerbe und -kurse im Kanal Quai de l'Escaut statt, gegenüber dem aktuellen Schwimmbad. Auch zwei Metallbecken dienen am Schwimmbadstandort dem Lernen. Erst 1963 erhielt Calais ein Hallenbad, was Emile Ranson, der 1952 starb, leider nicht mehr erleben durfte.